UGANDA: EU-Subventionen zerstören lokale Milchwirtschaft – 2009

Der Ministerrat der EU hat Anfang 2009 die Exportsubventionen für Milch erneuert, die z.B. in Uganda dazu führen, daß die Hälfte der dort erzeugten Milch keinen Absatz mehr findet.

 

Moses schüttet seine Milch weg

Frankfurter Rundschau 2008

Zitat…Moses ist Kleinbauer, wie viele im Distrikt Mbarara, 280 Kilometer südwestlich der ugandischen Hauptstadt Kampala. Sie leben von der Milchwirtschaft, doch was heißt leben. Etwa 17 Liter Milch spritzen an diesem Morgen in Moses‘ Melkeimer. 17 Liter, die er verkaufen kann – an Dalious Nuwahereza, den fliegenden Händler, der gegen Sieben in der Früh mit dem Rad und der 50-Liter-Kanne auf dem Gepäckträger vorbeikommt. Meistens jedenfalls…

Tobias Schwab, Frankfurter Rundschau 2008,  über die Auswirkungen der Exportsubventionen auf ugandische Kleinbauern

Mit Dumpingpreisen gegen die Ärmsten

Frankfurtter Rundschau 2009

Zitat… Für Marita Wiggerthale, Handelsexpertin von Oxfam, ist es „ein Skandal“, dass die EU ihre Butterberge und Milchseen nun wieder zu Dumpingpreisen auch bei den Ärmsten entsorgt, um die Milchpreise auf dem europäischen Binnenmarkt zu stabilisieren. Ende Januar hatte die EU-Kommission die Exportsubventionen wieder eingeführt.

EU schützt nur Industrienationen, Tobias Schwab, Frankfurtter Rundschau 2009,

Liberalisierung auf Kosten der armen Landbevölkerung

Uganda Investment Authority - Ambulanter Händler

Vor dem Büro der Uganda Investment Authority macht sich ein ambulanter Händler sein Schlaflager bereit. Foto: alexkunkel – 2007

Frankfurter Rundschau 2008

ZitatUGANDA: Die Regierung hat unter dem Druck von Weltbank und Internationalem Währungsfonds mit fast religiösem Eifer liberalisiert und privatisiert – ganz im Sinne der geforderten Strukturanpassungsprogramme. Eine reine Erfolgsgeschichte ist das nicht. Im Gegenteil, diese Politik hat zur Ausbreitung der ländlichen Armut beigetragen. Den meisten Bauern geht es heute schlechter, ihr reales Einkommen ist geringer als vor der Liberalisierung…

   Interview mit Geoffrey Bakunde    Makerere University in Kampala, Uganda
Quelle: Frankfurter Rundschau 06/2008 von Tobias Schwab