Uganda Entwicklungspolitik


Hier werden aktuelle Themen ugandischer Politik, Wirtschaft und Umwelt behandelt


 
Uganda liegt beim Kriterium neoliberaler Regulierung ganz weit vorne (GATS commitments restrictiveness index -Tourism/ 2012)  auf Platz 12 weltweit. Trotz der daraus resultieren Wachstumsraten der letzten Jahre von 5-7 Prozent verharrt es beim Human Development-Index auf Platz 161 von 186 Ländern weltweit.
 

Ugandas Landwirtschaft macht 23% der Wirtschaftsleistung aus, die produzierende Industrie 8%, die restliche Industrie 17% und die Dienstleistungen tragen 51% bei.

Der Agrarsektor erwirtschaftet also nur 1/4 des Nationalprodukts, aber dort arbeiten rund 80% der Beschäftigten – ein Hinweis auf den Lebensstandard der Landbevölkerung.

Pressemeldung: Investitionsranking in Afrika (Busyness Daily, grabbed online-oct-2012-nation-media-group)

Kenya’s neighbour is now the world’s 120th most preferred investment destination, having climbed two slots from position 123 last year. Uganda is now East Africa’s second most competitive economy when it comes to ease of doing business after Rwanda, which is the world’s 52nd most attractive investment destination. (Busyness Daily, grabbed online-oct-2012-nation-media-group)

TOURISMUS und WELTBANK-Empfehlungen

Die Weltbank »berät« Entwicklungsländer dabei, welche Entwicklungsziele für ihre Wirtschaft sinnvoll seien. Der Link unten zu dem WorldBank-Paper ist ein solches Dokument. Darin wird vorgerechnet, daß jeder Dollar, den ein Tourist ausgibt sich in 2,5 Dollar Steigerung des Inlandsprodukts niederschlägt. Der Touristendollar wird mit einem Dollar traditioneller Exporterlöse (z.B. Kaffee) verglichen und festgestellt, daß diese nur einen Faktor von 2,3 haben. Folgerung: Tourismus ist noch wichtiger als „normaler“ Export“.


::: Auszug: WoldBank-Paper on Uganda Tourism (2013)

 

Die Frage, ob der Touristendollar den ärmsten oder reichsten Ugandern zugute kommt wird gerade mal auf einer halben Seite abgehandelt. Es gehört mittlerweile zum guten Ton, daß man »Poverty impacts«(Armuts-Probleme) zumindest eine Überschrift widmet, auch wenn dann nur ein paar Zeilen Geschwafel verbreitet wird: Nichts Genaues weiß man nicht: Nicht einmal eine halbe Seite von 60 insgesamt gelten dieser Frage.

Über die materielle Lage der Touristen, ihre Motivation und wie man sie heben kann wird umfangreichstes statistisches Material ausgebreitet. Zu den Armen in Uganda gibt es nur magere Mutmassungen über »gewisse Probleme«. Bezeichnend, daß zur Frage der Verteilung touristischer Einahmen eine durchaus negativ-kritische Studie aus Zambia zitiert werden muß – lokale Eliten greifen sich die Touristendollars ab:

»Recent work in Zambia, for example, shows that the community share of the fees from trophy hunting in the Game Management Areas around natural parks has been largely captured by local elites, so the impacts on poor households are limited.« (Seite 16)

„Empfehlungen“ für den Tourismusbereich von Seiten der WELTBANK
linkWorldBank-Paper 2013 Tourismus-Empfehlungen für Uganda

2011 reisten nach Uganda  1,15Mio Touristen und gaben dabei ca. 800MioUS$ aus. Ein Anteil von 9% der gesamten Exporterlöse.


::: Auszug: Government of Uganda Tourist-Statistics 2012-Report

Erdöl

 »Das Land steht an der Schwelle zum erdölexportierenden Staat«, schreibt die deutsche GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit). Das betrifft Ölfunde der letzten Jahre im Lake Albert an der Grenze zum Kongo. Der Grenzverlauf geht mitten durch den See und es wird erwartet, daß es zu Auseinandersetzungen mit der kongolesischen Seite kommt, wer Anspruch auf welche Ressourcen hat.

Die Verträge mit internationalen Investoren und das Regime zur Verwaltung der künftigen Einnahmen aus dem erwarteten Ölgeschäft sind laufend Thema im ugandischen Parlament und wird innenpolitisch heiß diskutiert. Die bisherigen Erfahrungen mit der Korruption im Regierungsapparat lassen Schlimmes befürchten.
…»wird ergänzt


Victoriasee

Der Victoriassee ist der drittgrößte See der Welt und die zweitgrößte Süsswasserreserve. Der Äquator schneidet den ugandischen Teil. Weitere Anrainer sind Kenia und Tanzania.

Wikipedia schreibt: »Nachdem im Jahre 2002 Uganda ein zweites Wasserkraftwerk in diesem Gebiet in Betrieb genommen hatte, erreichte im Jahre 2006 der Wasserspiegel des Sees einen Rekordtiefstand, wie er zum letzten Male vor 80 Jahren gemessen wurde.« Diese Situation hat sich heute drastisch verändert. Durch vermehrte Niederschläge infolge des Klimawandels und durch Abschmelzen der Gletscher des Ruwenzori-Bergmassivs an der Grenze zum Kongo sind die Fischerhütten überflutet. Es gab bereits Todesopfer… »2013 habe ich Fotos gemacht – Bilder folgen.

Wasserhyazynten

Einer belgischen Diplomatengattin war die Flora in Afrika nicht vielfältig genug und sie mußte unbedingt Wasserhyazinten haben. Die entwickelten sich im Lake Victoria prächtig und führten zu einem ökologischen Desaster durch völligen Bewuchs großer Teile des ufernahen Sees. Fischfang wurde unmöglich, Fähren mußten den Betrieb einstellen. Augenzeugen berichteten mir, daß durch großflächigen Herbizideinsatz aus Flugzeugen die Situation eingedämmt wurde. Offiziell wird dieser Einsatz bestritten. Eine heftige öffentliche Debatte hatte zuvor in der Presse eingesetzt.

Die Situation der Fischer am Victoriasee ist Thema in dem Film »Darwins Alptraum«

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Stromversorgung / Wasserkraftwerke …


 HIV-Aids, Malaria und Gesundheitssystem …


 Zugang zu Trinkwasser und Hygiene / Latrinen …