FACTS & Themen UGANDA

Uganda ist das nach Äthiopien das zweitwichtigste Kaffeeland in Afrika.
Es wird hauptsächlich die Sorte Robusta produziert.
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Eine aktuelle
Bestandsaufnahme
und Hinweise zur Geschichte

 

»Ganz Uganda ist ein Paradies« war ein begeisterter Reisebericht in der WAZ vor einigen Jahren betitelt. Dann gibt es immer wieder lokale Berichte über Hilfsprojekte. Und jetzt plötzlich (2014) ist Uganda Thema wegen der repressiven homophoben Gesetze gegen Schwule und Lesben. Im ersten Bericht war hauptsächlich von Tieren und Landschaften die Rede – die einheimische Bevölkerung kam nur als Störfaktor des Naturschutzes  und als Randerscheinung vor.

Die zweite Art der Berichterstattung schürt natürlich das Vorurteil, daß generell Minderheiten in Uganda nichts zu melden haben und unterdrückt werden. Dabei ist uns Uganda in Fragen religiöser Vielfalt und Toleranz meilenweit voraus. Nachfolgend ein Überblick zwischen diesen beiden Extremen.afrika_outline Kopie

Uganda liegt mitten in Afrika direkt am Äquator. Mittags steht die Sonne senkrecht.

Es grenzt an die Länder Sudan, Kenia,  Tanzania, Ruanda und DR-Kongo.

Konflikte in diesen Ländern und in Uganda selbst prägen die jüngste Geschichte dieser Region – länderübergreifend.

Die Grenzziehungen im Lauf der Kolonialgeschichte, die hauptsächlich durch den britischen Imperialismus geprägt waren, haben auch heute noch Auswirkungen, weil diese Grenzen von Machtpolitik und Rohstoffinteressen bestimmt waren. Fast die Hälfte der fast 37 Millionen Einwohner ist unter 15, fast 80 Prozent sind unter 30.

Das Bevölkerungswachstum ist mit 3,5 Prozent enorm.(Der Artikel wird noch wesentlich ergänzt)

SALEM-Dorf am Fuß des Mount Elgon

salem-logoIn Uganda wohnte ich etwas ausserhalb von Mbale im Salem-Dorf.

Dort gibt es sehr günstig afrikanische Rundhütten zu mieten, die man mit Frühstück oder Vollverpflegung buchen kann.

MOUNT ELGON NGOMA DRUMMER TROUPE

jüngste-ngoma--240pxSie nennen sich die „musikalische Enzyclopädie Afrikas“.

Ich habe sie mehrfach erlebt und einen ganzen Nachmittag lang ein Video über sie gedreht. Das Ergebnis hier als 30min-Video und als kleine Diashow.

 

Zweitgrößtes Kaffeeland in Afrika

Kaffeebohne-braun---KaffeeKaffee ist Kolonialfrucht

Anfang des 20. Jahrhunderts begann die britische Kolonialmacht in Uganda systematisch Kaffee als sogenannte »cashcrop« anzubauen. Cashcrops werden als reines Exportprodukt von Kolonialmächten eingeführt und haben nichts mit der organischen Entwicklung einer einheimischen Wirtschaft oder der Herstellung eines inneren Marktes zu tun. Einzig und allein die günstigen klimatischen Bedinungen und die Ausbeutung

Fairtrade-Kaffee-Kooperative GUMUTINDO

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GUMUTINDO  – heißt »beste Qualität«

Die Kooperative produziert ihren Kaffee am Mount-Elgon. Das ein erloschener Vulkan im Osten Ugandas an der Grenze zu Kenia. Er war erdgeschichtlich mal der höchste Berg Afrikas, nach seiner Implosion blieb aber nur ein riesiger Vulkanstumpf, der immerhin noch 4300m hoch ist und am Fuß ca. 40 mal 80km mißt. Ich war einige Tage Gast bei GUMUTINDO-Farmern zur Kaffee-Ernte auf 2000m Höhe …

MOUNT ELGON einst größter Vulkan Afrikas – heute erloschen

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Zuflucht an fruchtbaren Berghängen contra Nationalpark

Am Mount Elgon leben nach jüngsten Schätzungen mittlerweile 1,5 Millionen Menschen. Das ist die höchste ländliche Bevölkerungsdichte in Uganda. Das Land ist sehr fruchtbar dort und Malaria kommt in den Höhenlagen des Berges sehr viel seltener vor. Doch nach oben hin (über 2000m) ist die Besiedlung durch den Nationalpark begrenzt. Viele Menschen wurden bereits Vertreibungs-Opfer des durch den Nationalpark betriebenen Naturschutzes. Ein Konflikt, den die Regierung zunehmend durch drastische Umsiedlungsprogramme in die Malaria-Ebene beheben will …

Klimawandel: Der Norden machts – im Süden kracht’s

co2-climate-change-01Der KLIMAWANDEL (CLIMATE CHANGE) ist eine besondere Bedrohung und Herausforderung für die ca. 2 Milliarden Kleinbauern weltweit. Trockenperioden verschieben sich, Starkregen bringt Niederschläge zu heftig und zur falschen Zeit. Die Menschen werden ihrer Existenzgrundlage beraubt, weil sie keine Zeit haben, sich an die veränderten Umstände anzupassen.  Überschwemmungen verschlingen Häuser und Hab und Gut, Trockenheit vernichtet den Ertrag der mühselig bestellten Felder.

Seit 2007 sind die Veränderungen auch in Uganda landesweit offensichtlich

Die Emissionen klimarelevanter Gase der Industrieländer haben mittlerweile unmittelbare Auswirkung auf den landwirtschaftlichen Ertrag und die Lebensbedingungen im globalen Süden.

Vertrocknete Kaffeebäume – ein alltägliches Foto
aus der ugandischen Tagespresse.

Vermehrter Schädlingsbefall und ungünstige Niederschlagsmuster zeigen ihre Wirkung bei den Kaffeebauern Ugandas. Bilder derart beschädigter Kaffeebäume sind häufig in der ugandischen Presse zu sehen.

Die britische NGO OXFAM beschäftigt sich seit Jahren mit Kaffeethemen und Klimawandel in Uganda und hat dazu 2007 einen kritischen Bericht vorgelegt

LANDGRABBING in Uganda

LAND
GRABBING
!

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Deutsche Investoren sind mit von der Partie

LANDGRABBING (Landraub) durch ausländische Investoren und Multinationale Konzerne findet immer häufiger und erbarmungsloser statt.

Zweifelhafte Aufforstungsprojekte, die als Klimaschutz deklariert werden, Kaffeeplantagen für deutscher Grünkaffeehändler, Palmölplantagen – all dies wird von ugandischen Staat und seiner »Investment Authority« gnadenlos gegen die jeweils lokale Bevölkerung durchgesetzt. Nicht selten muß auch der Tourismus als Entwicklungsziel der nationalen Wirtschaft als Begründung  herhalten …

ENTWICKLUNGSPOLITIK, Wachstum, Zukunft

Tourismus, »Naturschutz«, Ölfunde, Victoriasee

 das sind einige Inhalte der »Entwicklungspolitik« die hier sehr kritisch betrachtet wird. Was sich Entwicklungspolitik oder Zusammenarbeit nennt ist oft genug Versuch auch in Uganda das zu installieren, was man landdläufig »ein gutes Investitionsklima« nennt. Häufig wird Afrika nur unter Rohstoffaspekten oder als Reiseziel reicherer Mittelschichten wahrgenommen. Die in letzter Zeit so häufig angepriesene große Zukunft Afrikas soll so letztlich einem westlichen Modell von Urbanisierung, Industrialisierung und Eingliederung in die globalen Bedürfnisse internationaler Investoren folgen.

Kolonialismus – Rohstoffe und geostrategische Machtpolitik

Auch die jüngere Geschichte ist geprägt von Bürgerkriegen und alten kolonialen Wunden in die Deutschland und Großbritannien verwickelt waren …

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So stellen sich die internationalen Finanzmärkte, Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) die Zukunft Afrikas vor.