Reisebericht


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R E I S E R E P O R T A G E

Bei den Kaffee-Farmern am Mount-Elgon

Wer ist der King of Coffee?

Der Bio-Arabica der Kooperative GUMUTINDO wird in Deutschland von der "GEPA - the fairtrade company" vertrieben.Endlich war es soweit. Mitte Mai 2013 sitze ich hinten auf dem kleinen Motorradflitzer, den sie hier in Uganda Boda-Boda nennen und ließ mich um 9:30h von Oskar aus dem SALEM-Dorf in die Kleinstadt Mbale fahren. Damals war die Straße noch voller Schlaglöcher und man benötigte über eine halbe Stunde für die zehn Kilometer. Am zentralen Platz mit dem „Clocktower“ muß man links ab Richtung Pallisa und weiter in’s Industriegebiet, die Industrial Area.

Überall geschäftiges Treiben, Getreidesäcke abladen, gemahlenes Getreide aufladen. Die „workers“, die aus den Fabrikhallen auftauchen, sehen aus wie Gespenster. Über und über mit Mehl bestäubt, darunter ihre schwarze Haut, die Augenhöhlen vom Mehl mühsam freigehalten verwechselt man das Weiß der Pupillen mit dem Weiß des Mehls.

Wir sind da: Plot 8-12 Mwanyi Road, Gumutindo Coffee Cooperative Ltd. Vor kurzem war mein Geburtstag und ich konnte mir kein schöneres Geschenk ausdenken als das, jetzt mit dem Geschäftsführer Willington Wamayeye verabredet zu sein.

Neben dem großen Tor für die LKW mit den 20 Zoll Containern, in denen 500 Säcke Rohkaffee verstaut sind, ist eine schmale Tür hinter der mich das Wachpersonal begrüßt und nach dem Grund für den Besuch fragt. Kurz entschlossen trage ich hinter meinem Namen „Coffee Research“ in das Besucherbuch ein, notiere die Uhrzeit und frage, ob Mr. Wamayeye schon da ist. Nein, leider nicht. War mir irgendwie recht, weil ich mich jetzt noch ein bisschen umschauen und meine Nervosität abbauen konnte.


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Oscar - mein Boda-Fahrer mit seiner Maschine. Auf dem Bild sind wir gerade in Buginyanya oben vor dem Office der KooperativeMein Boda-Fahrer Oscar ist mein treuer Begleiter. Er fährt sehr umsichtig. Die meisten Unfälle in Uganda passieren mit den kleinen Flitzern – es ist aber das Hauptverkehrsmittel. Überall an Straßenecken und Verkehrsknotenpunkten stehen die jungen Leute, die sich damit etwas Geld verdienen – sofern sie sich die Anschaffung überhaupt leisten können.

Es wäre möglich gewesen die Fabrik mit lasergesteuerten Sortiereinheiten auszustatten. Darauf wurde bewußt verzichtet, um den Frauen weiterhin Arbeit und Einkommen zu geben. Das ist auch ein Merkmal Fairtrade-orientierter Entscheidungen: Nicht die modernste Technik um jeden Preis, sondern das, was den Menschen nützt!

Nyasaland ?

Ich war ich im Allerheiligsten angekommen was sich ein Kaffee-Enthusiast und überzeugter Anhänger des Fairen Handels wünschen konnte. Eine Kaffeefabrik, Fairtrade zertifiziert, in organischem Anbau zertifiziert, in der bester „Bugisu AAA“ aus den Sorten Nyasaland, SL 14 und SL 28 hergestellt wird.

Ich bekomme einen Stuhl im Office und mache mir Notizen während ich warte. Um mich herum sitzen alle an ihren PCs und haben Tabellen vor sich. Zwei Frauen besprechen, was die eine von ihrem Smartphone abliest, die andere gibt die entsprechenden Werte in die Tabellen am Monitor ein. Ich darf mir einen Kaffee aus einer Thermoskanne nehmen.

Der Kaffee-Hype in Deutschland

Mir kommt der inszenierte Kaffee-Hype in Deutschland in den Sinn: George Clooney macht sexualisierte Werbung für den Global Player Nestlé und empfiehlt die abfallintensiven Alu-Kapseln als Gipfel der Technik und des Gourmet-Lifetyles. Man hat sich gegen Nachahmer mit 13 000 Patenten abgesichert.

Melitta warb damals mit dem „Bella-Crema-Geheimnis“ für ihren Kaffee und verschwieg , dass er unter Einsatz von Tonnen von Pestiziden in Brasilien produziert wird – maschinell geerntet.

Getrockneter Kaffee noch in der Parchment-Hülle kommt vom Berg in die Kaffee-Fabrik

Der Tchibo-Einkäufer wird in einer WDR-Reportage überführt, dass er die ausbeuterische Kinderarbeit auf den Plantagen in Guatemala geflissentlich übersieht.

Bis zum Erbrechen wird der Barista als der eigentliche „King of Coffee“ inszeniert. Angeblich schonend geröstete Bohnen werden von ihm in Werbespots und Artikeln zubereitet und zu kunstvollen Kreationen mit Milchschaum verziert. Die Kaffeefarmer sind als lächelnde Exoten kurze Einblendungen wert. Handgepflückt und sonnengereift. Aus bester Lage. Sorgfältig ausgewählte Raritäten.

Ich hole mein „Empfehlungsschreiben“ vom Kaffeechef der GEPA heraus. Hans Wozniak ist mit Willington befreundet und schenkte mir ein paar Zeilen als Türöffner für seinen langjährigen Geschäftspartner. Die GEPA ist das größte Fairhandels-Haus in Europa und macht an die 70 Millionen Euro Umsatz. Knapp die Hälfte davon mit Kaffee. Hinter dem Papier in meiner Hand verbergen sich also Millionen Käufer in Deutschland, die 30 Millionen Euro für den GEPA-Kaffee ausgeben. Ich habe ein gutes Gefühl.

Wann kommt er endlich?

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Komfort statt Herausforderung
Das höchste Ideal des Reisens ist wohl die profunde Veränderung des Reisenden.
Reisen, die solchen Ansprüchen genügen, sind aufwändig und anstrengend, sie erfordern Zeit und Mühsal, sie fordern den Einzelnen heraus – wenig haben sie gemein mit dem modernen, komfortablen Tourismus.

Ilija Trojanov, 2009, Essay über das Reisen

Der Mann, der Kaffeekirschen einfriert …

Plötzlich werde ich in sein kleines Büro gerufen, ich hatte gar nicht mitbekommen, dass er schon da ist. Von seiner Erkrankung hatte ich schon gehört. Er bewegt sich mühsam und spricht sehr leise – seine Diabetes macht ihm zu schaffen. Ich stelle mich als Fairtrade-Aktivist vor und erzähle von meinen Kaffeeworkshops. Dass wir echte Kaffeebäume haben im Kaffeegarten in der Essener GRUGA und richtig rote Kirschen ernten. Dass ich sie anschließend einfriere, um über‘s Jahr immer welche als Anschauungsmaterial zu haben.

Er kann sich nicht mehr halten vor Lachen. „Kaffeekirschen einfrieren!“ – er wird mich später seinen Kollegen im Büro als den Mann aus Deutschland vorstellen, der Kaffeekirschen einfriert.
Ich habe mich warmgeredet. Erzähle von meiner Sicht auf das bedeutende Welthandelsgut Kaffee, das seit Jahrhunderten das Schicksal von Millionen Menschen und ganzer Länder bestimmt. Und von meiner Wut auf den oberflächlichen Kaffee-Hype, als ob die Röster und der Barista die eigentlichen „Kings of Coffee“ wären. „Ich bin hier, um die echten Kings kennen zu lernen, die durch ihre immense Arbeit die Grundlage für alles legen, was danach kommt. Kein Aroma kann beim Rösten herausgekitzelt werden, das nicht durch Aufzucht, Anbau und Verarbeitung des Kaffes hier bei euch der Bohne mitgegeben wird. Und dann habt ihr noch die Probleme mit dem Klimawandel. Es wird zu warm, es fällt zu viel Regen zur falschen Zeit, die Qualität ist nicht zu halten, Schädlingsbefall …“.

„Okay“ sagt er und unterbricht mich. „Du kommst morgen früh wieder hier in die Fabrik. Du hast dann für zwei Tage ein Auto und einen Experten als Fahrer, der dir alles zeigt, was du sehen willst“.

Ich war völlig überwältigt von diesem Angebot und seiner zackigen Entscheidung. Er rief den ausersehenen Guide Collins herein, machte uns bekannt und ich nannte ihm zwei Orte am Berg, die ich gerne besuchen würde. Buginyanya, sehr hoch gelegen auf 2000 Meter, und Peace Kawomera auf 1300 Meter.

Es konnte los gehen. Was würde mich erwarten? Schnell noch die Akkus für die Kamera laden, hoffentlich ist kein Stromausfall. Morgen geht’s zu den Kings of Coffee!


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Sorting

Der allerletzte Schritt vor dem Export ist: Qualitätsarbeit von Hand.

Nach dem maschinellen Entfernen der Pergaminhülle und dem Polieren der Bohne, um das dünne „Silberhäutchen zu entfernen, wird der Kaffee nocheinmal von Hand sortiert.

In der Hauptsaison von Oktober bis Januar sitzen bis zu zweihundert Frauen im Hof oder an den Sortierbändern im Gebäude und verlesen den Rohkaffee von Hand.

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E N D E

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