Uni Würzburg: Angst vor Kaffee? Angst durch Kaffee?

Aufgrund des Koffein-Gehaltes haftet am Kaffee ein Drogen-Image. Im Vergleich zu Tee gilt er geradezu als gefährlich, eher ungesund – man trinkt ihn »trotzdem«, weil er eben so lecker schmeckt.

Im Hintergrund aber wabert immer noch das historische Grundrauschen seiner dunklen Herkunft aus dem Orient. Jahrhundertelang war der Orient und das osmanische Reich der Erzfeid des Westens, des Christentums – auch und gerade auf militärischem Gebiet. Als Kara Mustafe vor Wien geschlagen war (1683), hatte es der Kaffee leichter, sich im Westen durchzusetzen.

Nach und nach erscheinen aber viele wissenschaftliche Artikel und Untersuchungen, die die Angst vor dem Kaffee und seinen Wirkungen eher als »Psycho« erscheinen lassen. Wenn ein Kind ne Flasche Coke trinkt, könnte  man es auch regelmäßig Kaffee trinken lassen.

UNI Würzburg – 05.08.2010:

Nicht alle Menschen vertragen Kaffee; bei einigen kann das Koffein sogar Angstsymptome auslösen. Verantwortlich dafür ist eine kleine Variante im Erbgut. Ihre Wirkung kann durch regelmäßigen Kaffeegenuss jedoch abgemildert werden.

Kaffee ist und bleibt das Lieblingsgetränk der Deutschen. 1,3 Milliarden Tassen haben sie nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbands im vergangenen Jahr getrunken. Oder anders ausgedrückt: Im Durchschnitt hat sich jeder Deutsche 150 Liter Kaffee übers Jahr verteilt schmecken lassen.

Was Getränke wie Kaffee und Tee, aber auch Cola und Kakao weltweit so beliebt macht, ist vor allem ihre anregende Wirkung. Die macht anderen Menschen allerdings zu schaffen: Sie verspüren nach dem Genuss von koffeinhaltigen Getränken Herzrasen, Schweißausbrüche, Unruhezustände und Einschlafstörungen; viele von ihnen erleben auch eine unbestimmte Angst. Gerade Patienten, die an einer Angsterkrankungen leiden, trinken deswegen häufig keinen Kaffee mehr oder reduzieren den Konsum.

Würzburger Wissenschaftler unter der Leitung des Psychiaters Professor Jürgen Deckert haben mit einer Arbeitsgruppe um Peter Rogers von der Universität Bristol jetzt herausgefunden, dass das Ausmaß der Ängstlichkeit auch von der Regelmäßigkeit des Kaffeegenusses abhängt.

Über ihre Arbeit berichtet die Fachzeitschrift Neuropsychopharmacology in ihrer neuesten Ausgabe.

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