Climate-Institute warnt: Klimawandel halbiert nutzbare Kaffeeanbau-Fläche bis 2050

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Das australische „The Climate Institute“ warnt in einer aktuellen Studie vom August 2016 davor, dass sich bis 2050 durch den Klimawandel die mögliche Anbaufläche für Kaffee auf die Hälfte des aktuellen Stands reduzieren könnte – mit unabsehbaren Folgen für die kleinen Kaffeefarmer, die 70% der Welternte produzieren.

kaffeanbau-nur-noch-halbe-flaecheDie Studie fasst die jüngsten dramatischen Berichte über die Folgen des Klimawandels für den weltweiten Kaffeeanbau auf 17 Seiten kurz und knapp zusammen. Mehrere Studien auch zum wilden Kaffee in Äthiopien, wo der Kaffee herkommt, haben zuletzt Aufsehen erregt:

  • In Tanzania wurde belegt, daß die geringere Abkühlung in der Nacht zu Ernteverlusten und schlechterer Qualität führt.
  • In Peru, Kolumbien und Mittelamerika führt die Erwärmung zu mehr Schädlingsbefall in den höher gelegenen Arabica-Regionen. Der Kaffeebohrer und der Blattrost tritt jetzt bis zu 500m weiter oben auf. Das hat ebenfalls zu Ernteverlusten geführt (Siehe grafische Übersicht unten zu den Hotspots).
  • Der wilde Arabica in Äthiopien ist eigentlich unerläßliches Reservoir um neue resistente Einkreuzungen und genetische Vielfalt möglich zu machen. Auch dort schlägt der Klimawandel zu. Legen wir noch 50 Jahre drauf, also 2100, wird der wilde Arabica dort ausgerottet (estinct) sein.
  • In Brasilien, der Nummer eins mit 30% der Welternte an Kaffee, und in Vietnam, dem zweitgrößten Produzenten, werden erhebliche Flächenreduktion und damit weniger Ernte vorausgesagt.
  • Eigentlich müßten die Farmer in höhere, kühlere Lagen ausweichen. Doch dort stoßen sie auf geschützte Forstwirtschaft, Nationalparks und touristische Gebiete, die häufig Vorrang in den jeweils nationalen Entwicklungszielen haben. Beispielhaft ist dies am Mount Elgon in Uganda, wo der als UNESCO Biospährenreservat geschützte Nationalpark direkt oberhalb des bisherigen Arabica-Anbaus beginnt (2000-2200m) und damit keine Möglichkeit der Höhenadaption mehr zuläßt.
  • Die Forscher empfehlen den Konsumenten fairen Kaffee zu kaufen, der den Farmern mehr Möglichkeiten zur Adaption an den Klimawandel bietet. Durch höheres Einkommen, Schulung, Aufforstung und kraft organisierter Genossenschaften.

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Eine Zusammenfassung
der Studie als Grafik
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Grafik mit den globalen Hotspots zu Kaffee
und Klimawandel – click zum vergrößern

Grafic Picture with global hotspots in
coffee chain (countries) –
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   Die 17-seitige Studie kann als PDF direkt  hier heruntergeladen werden.

   Die Presseinformation des „Climate Institute“

   Die Website zu Kaffee und Klima des „Climate Institute“

   Die Seite zu ClimateChange in Uganda in diesem Blog